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Die Bedeutung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes für Gebäudereiniger

Seit dem 01.07.2007 legt das Arbeitnehmer-Entsendegesetz Mindeststandards für Arbeitsbedingungen fest. Die Zielsetzung des Gesetzes ist in § 1 definiert. Dort heißt es: Ziel des Gesetzes ist die Schaffung und Durchsetzung angemessener Mindestarbeitsbedingungen für grenzüberschreitend entsandte und für regelmäßig im Inland beschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie die Gewährleistung fairer und funktionierender Wettbewerbsbedingungen. Das Gesetz bezweckt demnach die Regelung innerstaatlicher sowie grenzüberschreitender Sachverhalte. Die weitere Überlegung des Gesetzgebers geht dahin, der Lohnspreizung im Inland, verursacht durch nachlassende Tarifbindung entgegenzuwirken und Lohndumping einzudämmen.

Das Schneidereit-Blog-Team hat sich in diesem Artikel besonders mit einem Eckpunkt des Entsendegesetzes auseinandergesetzt und zwar mit dem des Mindestlohns und der einhergehenden Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten für Arbeitnehmer.

Was sind die Herausforderungen der Gebäudereiniger die mit dem Entsendegesetz einhergehen?

Zuallererst müssen alle Gebäudereiniger ihren Reinigungskräften einen Mindestlohn zahlen, welcher im Tarifvertrag festgelegt ist. Zusätzlich sind die Arbeitgeber dadurch dazu verpflichtet, zeitnah und korrekt die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer zu dokumentieren. Durch den Mindestlohn haben sich die Angebotspreise in der Branche angeglichen, da diese ihre Arbeitnehmer nicht unter dem Mindestlohn entlohnen dürfen und aufgrund des Wettbewerbsdrucks kaum die Möglichkeit besteht weit oberhalb des Mindestlohns zu vergüten.
So bestand im Zuge der Einführung des Entsendegesetzes die Gefahr, Lohnkosten der Reinigungskräfte zu senken, in dem tatsächlich geleistete Arbeit und abgerechnete Arbeit unterschiedlich waren. Ziel war es Angebotspreise preiswerter als die Konkurrenz zu gestalten und im Schnitt niedrigere Löhne den Arbeitnehmern zu zahlen.

Um die Rechte der Arbeitnehmer zu wahren und die korrekte Ausführung des Entsendegesetz zu gewährleisten dient der deutsche Zoll als Kontrollinstanz.
Dieser kontrolliert bei Durchsuchungen, die kompletten Lohnaufzeichnungen,geht gegen Schwarzarbeit vor und überprüft, ob die abgerechneten Stunden mit denen erbrachten Leistungen übereinstimmen. Verfehlungen in der Dokumentation seitens des Arbeitgebers, beabsichtigt oder nicht, werden mit Bußgeldern belegt. Diese können bis zu 500.000€ betragen.
Des Weiteren können auch Kunden des Dienstleisters bestraft werden , wenn diese von der Manipulation der Stundenzettel gewusst haben oder gewusst haben könnten.

Grundsätzlich sind solche Manipulationsfälle nicht an der Tagesordnung und der Gebäudereiniger bemüht sich stets um eine gewissenhafte Einhaltung des Entsendegesetzes. Dies stellt ihn jedoch auch vor großen Herausforderungen.
Dem Gebäudereiniger entsteht ein großer administrativer Aufwand. Die korrekte und gewissenhafte Dokumentation der erbrachten Leistungen, sind aufgrund der vielen Objekte und Mitarbeiter häufig sehr aufwendig. Hinzu kommt das eine Überwachung der erbrachten Leistungen oftmals sehr kompliziert und äußerst schwer nachzuvollziehen ist. Anders als bei Verwaltungsmitarbeitern, die einen festgeschriebenen Bruttolohn erhalten, variieren die Löhne der Reinigungskräfte von Monat zu Monat. Hier ist das Chaos die Regel.
Das Entsendegesetz schreibt vor, dass der Mitarbeiter seine Anfangs- und Endzeit aufschreibt. Da dies zeitnah und aktuell erfolgen muss, genügt es nicht die Mitarbeiterstunden aus dem Gedächtnis am Ende jeden Monats einzutragen.

Dies sorgt im Objekt und später in der Verwaltung an mehreren Stellen für einen enormen bürokratischen Aufwand. So muss der Mitarbeiter zuallererst den Stundenzettel nehmen und seine Arbeitszeit an der richtigen Stelle eintragen. Das Ganze wiederholt sich beim Verlassen des Objekts. Dies erweist sich häufig bei neuen Mitarbeitern und denen mit Sprachbarrieren als schwierig. Darüber hinaus herrscht in der Gebäudereinigungsbranche eine relativ hohe Fluktuation und so müssen Mitarbeiter immer wieder neu instruiert werden. Um diese rechtssicheren Prozesse sicherzustellen ist in der Regel ein hoher Kontrollaufwand nötig.
Mit der Eintragung der Arbeitszeit durch den Mitarbeiter, ist der Prozess jedoch noch lange nicht abgeschlossen.

Spätestens jetzt hat der Objektverantwortliche ein enormes Zeitfresserproblem. Er muss jedes Objekt anfahren, die Stundenzetteln einsammeln um diese dann für die Personalabteilung dechiffrieren. Dabei muss er schauen, welche Lohnzuschläge( Nacht- und Spätschichtzulagen) dem einzelnen Mitarbeiter zustehen, ob die Zeiten korrekt eingetragen worden sind, wo Mehr- oder Minderarbeiten angefallen sind und diese der Verwaltung weiterleiten. Dies geschieht in der Regel von Hand. Sobald die Formulare in halbwegs strukturierter Form vorliegen, muss nun die Personalabteilung die Daten, auch wieder manuell, in das Lohnabrechnungssystem übertragen.
Dies erzeugt jeden Monat am Ende des Abrechnungszeitraumes enormen Stress für den Objektleiter und der Personalabteilung. Im Schnitt sitzt der Objektleiter allein jeden Monat zwischen drei bis fünf Arbeitstage an der Auswertung und Kontrolle der notwendigen Prozesse.
Diese Zeit verliert der Objektleiter um sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren, die vor allem darin bestehen mit dem Kunden zu kommunizieren und ihn zu betreuen. Als Kundenbetreuer kann er während der Zeit, die solche bürokratischen Maßnahmen erfordern, keine Objekte besuchen und eine somit ausreichende Kundenzufriedenheit generieren. Zusätzlich übersteigt die Qualifikation und der Lohn des Objektleiters die eines Zetteleinsammlers und –auswerters.

Somit steht der Gebäudereiniger vor mehreren Problemen gleichzeitig:
• Sicherstellung der korrekten Eintragung der Arbeitszeiten
• Entlastung des Objektleiters im administrativen Bereich
• Optimal aufbereitete Stundenauswertungen für die Personalabteilung
• Vermeidung von Eingabefehlern aufgrund der manuellen Eingabe durch Mitarbeiter
• Immenser Kostenzwang durch Mindestlöhne

Um die oben genannten Probleme zu beseitigen und zu optimieren, eignet sich ein elektronisches Zeiterfassungs- und Objektsteuerungssystem.
Die Bedenken bei Gebäudereiniger gegenüber elektronischer Zeiterfassung ist häufig die Exaktheit der Zeiterfassung. So müsste dieser, wenn sein Mitarbeiter beispielswiese fünf Minuten länger arbeitet, dies auch vergüten. Laut Entsendegesetz muss jede Minute die dokumentiert ist auch vergütet werden. Diesen scheinbaren Missstand kann jedoch das Zeiterfassungssystem von Schneidereit mit dem Namen „T.R.A.C.“ lösen.
Das System hat eine automatische Kappfunktion integriert. Diese Kappzeit ist laut Rechtsprechung erlaubt und wurde durch Arbeitsrechtler nochmals für Schneidereit validiert.

Durch die Kappfunktion ist der Gebäudereiniger nicht im Zwang die wenigen Überminuten zu Vergüten, sofern diese nicht gearbeitet werden. Wennjedoch bedarf nach Mehrarbeit besteht, wird dieses im System als genehmigungspflichtige Mehrarbeit ausgewiesen. Das heißt im konkreten Fall, alles was über die normaleKappzeit hinaus geht, wird voll als genehmigungspflichtige Arbeit ausgewiesen und muss vom Objektleiter genehmigt werden.
Mit T.R.A.C. kann der Objektleiter in Echtzeit sehen, welche Objektkosten aktuell in dem Objekt anfallen. Der Objektleiter hat jederzeit Zugriff auf die Daten. Darüber hinaus verhelfen systeminitiierte SMS, dem Objektleiter zu zeitnahen Reaktionen, falls sich beispielsweise Mitarbeiter nicht angemeldet haben oder Objekte nicht gereinigt worden sind. Darüber hinaus bietet T.R.A.C. weitere Funktionen als die reine Zeiterfassung. So sind weitere Schwerpunkte die Dienstplangestaltung, Budgetierung und Einteilung von Schichtplänen. Neben dem SMS-Dienst gibt es aber auch weitere automatische Alarmmeldungen, wenn beispielsweise Geringfügig Beschäftige über ihre Lohngrenzen kommen, Arbeitseinsätze auslaufen, Aufenthaltsgenehmigungen oder Arbeitserlaubnisse enden.

Das System hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. So gibt es Zimmerscanfunktionen für Altersheime, die sicherstellen, dass die Zimmer der Patienten gereinigt worden sind. So ist auch ersichtlich welche Person, wann und in welchem Zeitraum das Zimmer gereinigt hat.
Ein ähnliches Prinzip verfolgt unser Bettenaufbereitungsscan, die speziell für Krankenhäuser entwickelt wurde. Hier wird dokumentiert welche Betten aufbereitet und desinfiziert worden sind und welche Betten gewartet werden müssen.
Weitere Einsatzgebiete reichen vom Winterdienst bis hin zur automatischen Zahlungsfunktion von Waschmaschinen. Das T.R.A.C ist Software unabhängig, was dem Kunden die größtmögliche Freiheit gibt es mit seinem Anwendungssystem zu kombinieren.
Der Gebäudereiniger geht mit einer elektronischen Zeiterfassung auf Nummer sicher und arbeitet jederzeit Entsendegesetz konform. Fehler die während eines manuellen Eingabe- und Verarbeitungsprozesses geschehen können, werden durch die elektronische Erfassung praktisch ausgeschlossen. So steigert der Gebäudereiniger seine Seriosität dem Kunden gegenüber. Zusätzlich sind die Arbeitszeiten, aufgrund des Fingerabdruckscans fälschungssicher.

Mit einem elektronischen Zeiterfassungs- und Objektsteuerungssystem profitiert der Gebäudereiniger in einem hohen Maße. Der Objektleiter hat mehr Zeit sich um seine Kernaufgaben zu kümmern, die unkomplizierte Handhabung gewährleistet eine schnelle Handhabung für Reinigungskräfte, die Verwaltung bekommt schnell und systematisch aufbereitete Informationen und der Gebäudereiniger hat immer volle Kontrolle.

Falls Sie Fragen, Anmerkungen oder Interesse an das Entsendegesetz oder dem T.R.A.C.-System von Schneidereit haben. Schreiben Sie uns hier oder melden sich persönlich bei Schneidereit. Wir beantworten Ihnen gerne alle Fragen.

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